Ein iranisches Sprichwort

Im Iran gibt es ein Sprichwort:

„Es braucht viele vernünftige Menschen, um einen Stein aus einem Brunnen zuholen, den ein Verrückter herein geworfen hat.“

Den Stein, den unser Finanzminister versenkt hat, ist groß und schwer.

In Gilan, Iran mit Marjan

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Eine warme Radtour

Erste Radtour mit MarjanWir haben unsere erste gemeinsame Radtour hinter uns. Für zwei Tage sind wir nach Tiran und zurück gefahren (Route). Erste Radtour mit Marjan Erste Radtour mit Marjan Um der  erwarteten Wärme zu entgehen, sind wir um 7 Uhr gestartet. Nach vier Stunden haben wir uns in den Schatten des Parks von Najafabad zurückgezogen und wurden dort von zwei (neugierigen) iranischen Familien ausgefragt: Woher wir kommen? Ob wir verheiratet sind und so weiter. Erste Radtour mit Marjan
Iraner sind generell sehr neugierig und wenn sie jemand interessantes sehen, dann gucken sie. Im Gegensatz zu Deutschland haben sie keine Hemmungen beim Menschen begucken. Viele Iraner sprechen auch Touristen an, weil sie neugierig sind.
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Nicht alle Ausländer im Iran werden so wohl wollend empfangen. Gegenüber Flüchtlingen aus Afghanistan herrscht der gleiche Gefühlscocktail in der Bevölkerung vor, wie in Deutschland. Die Einstellung variiert von „die sollen doch in ihrem Land bleiben, und wir sollen sie sofort zurückschicken, es ist schließlich ihr Problem, wenn sie dort Krieg haben“ bis „Jeder Mensch sollte dort Leben können, wo er will“. Natürlich sind alle Variationen dazwischen. Mehrere Iraner haben mir erzählt, dass die Afghanen zum Beispiel beim Hausbau mehr arbeiten für weniger Geld. Hochzeiten zwischen Iranern und Afghanen sind ausnahmen. DSC03817
Nachdem wir die 40°C mittags überstanden hatten, starteten wir um 17Uhr nach Tiran. Dort wollten wir im Stadtpark zelten, dieses ist im Iran üblich und wird von vielen Iranern im Urlaub gemacht. Viele Parks haben extra Flächen für Zelte.
Als wir in Tiran unser Abendessen in einem Supermarkt einkauften, wurden wir eingeladen bzw. Marjan wurde angesprochen. Mir scheint es so, dass ein Radfahrer schon eine Attraktion ist aber eine Radfahrerin ist, wie in blauer Elefant.
In jedem iranischen Dorf und jeder Stadt steht an der Hauptstraße ein großes Schild auf dem die gefallenen Soldaten aus dem Irak-Iran-Krieg aus der Stadt abgebildet sind. Außerdem sind in der Regel Khomenei und Komeni abgebildet. In einigen kleinen Dörfern ist es besonders erschreckend, dass auf zwanzig Häuser fast ebenso viele Abgebildete kommen.
Die Gefallenen im Iran heißen Märtyrer, die Bezeichnung empfinde ich in Deutschland als sehr euphemistisch.
Erste Radtour mit Marjan
Am nächsten Tag in Isfahan waren wir platt, die Sonne war eindeutig zu intensiv, schon das Nichtstun ist bei 40°C sehr anstrengend. Uns hat beiden die Tour viel Spaß gemacht aber sie war auch sehr anstrengend. Das nächste Mal fahren wir in kälterem Wetter.

Unerwartete Situation – Antworten Teil 2

Da mich nicht jeder Leser persönlich kennt, ich kenne auch nicht jeden Leser, haben sich einige Fragen an gesammelt: Wo bist du gerade? Du müsstest doch schon in der Mongolei sein? Warum schreibst du über den Iran und Arabien? Bist du etwa immer noch im Iran? Ist es dort nicht heiß? Hast du kein Bock mehr aufs Radeln?
Isfahan
Es ist der 5. Juli 2015 ich bin in Isfahan. Draußen ist es warm, sehr warm, das Thermometer klettert hier seit einem Monat mittags auf vierzig Grad. Ich lebe mit Marjan und ihrer Familie zusammen, sie schlafen, wie alle Iraner Nachmittags.
Isfahan
Die letzten drei Monate waren die verrücktesten meines Lebens. Anfang März bin ich in den Iran eingereist und wollte 3 Wochen bleiben, das Usbekistan-Visum hatte ich schon in der Tasche. Ich beschloss Menschen wieder zu besuchen, die ich besonders sympathisch gefunden habe. Über Nowroz wollte ich von Yazd nach Mashad radeln. Mit dem Bus fuhr ich nach Isfahan um Marjan wieder zusehen, und blieb. Wir haben uns mächtig ineinander verliebt.
Isfahan
Nach einer Woche erzählte sie ihren Eltern von mir. Zum iranischen Neujahrsfest, Nowroz, nehmen sich die Iraner zwei Wochen Zeit alle Verwandten zu besuchen. In dieser Zeit traf ich das erste Mal ihre Eltern und Onkel und Tanten. Bei der ersten Begegnung guckte ich in eine große Anzahl grimmige Herrengesichter mit imposanten Schnauzbärten an, um so größer der Bart im Iran, desto konservativer oder religiöser der Mann. Bei der zweiten Begegnung am Ende des Neujahrsfestes waren die Gesichtsausdrücke der Onkel schon viel freundlicher.
Ich
Nach geglückter Familienrunde war ich erst mal einen Monat in Deutschland, um meine Familie wieder zusehen und über die neue Situation ausgiebig nachzudenken.
Isfahan
Den Höhepunkt der letzten drei Monate bildete dann die letzte Maiwoche. Meine Eltern kamen für eine Woche in den Iran, da sie neugierig waren und im Iran das gegenseitige Kennen der Familien sehr wichtig ist. Am Ende der Woche haben Marjan und ich dann geheiratet. Wir sind für die nächsten sechs Monate verheiratet. Die Heirat auf Zeit ist eine iranische Innovation. Es ist vergleichbar mit einer schriftlich fixierten Verlobung in Deutschland.
Fernsehwerbung
Der erste Teil meiner Radtour scheint zu Ende zu sein. Da Marjan sehr gerne Fahrrad fährt ist eine Fortsetzung nach China nicht ausgeschlossen. Im Moment ist Radfahren im Iran kritisch. Es ist fast immer über 30°C und Mittags kratzt das Thermometer an der Vierziggradmarke.
Isfahan
Mein Leben hat sich in den letzten 3 Monaten noch ein bisschen schneller gedreht, da war nicht immer Zeit zum pünktlichem Bloggen.Zukünftig werde ich es aber weiterhin versuchen. Es gibt hier zu viel kurioses aufzuschreiben.
Marjan & Ich

Kulturschock

Verkehr im Iran
Meinen ersten Kulturschock auf dieser Reise habe ich rückblickend erlitten, als ich das erste Mal in Dubai war. Im Gegensatz zum Iran wird sehr schnell, in großen Autos gefahren aber es wird sich an Regeln gehalten. Zunächst hatte ich tatsächlich Probleme mein Fahrverhalten daran anzupassen. Ich war zusehr den iranischen, sehr dynamischen Fahrstiel gewöhnt und hatte diesen Wandel nicht erwartet. Der Fahrstil in den Emiraten entspricht dem deutschen. Wenn man sich auf das regelkonforme Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen kann, lässt sich sehr gut radeln. Ich war froh wieder in die Emirate zu kommen, den der Fahrstiel im Oman ist für Fahrradfahrer lebensgefährlich. In aller Regel fahren die Omanis ganz gut. Es sind die Ausnahmen, die es gefährlich machen. Im Oman werde ich viel angehuppt, in den meisten Fällen weil überhollt werden soll oder als Gruß. Jedoch gibt es circa alle zwei Tage einen Pickupfahrer, der zwischen Telefonieren, dinieren und fernsehen auf den Standstreifen geraten ist. Durch die gute Federung der Pickups ist es für ihn der schlechtere Staßenbelag aber irrelevant. Wenn er zwischendurch außnahmsweise, neben seinen anderen, obenbeschriebenen Aktivitäten, durch das kleine Guckloch schaut, dass dadurch entsteht, das die eine Hälfte seiner Windschutzscheibe mit Sonnenschutzfolie beklebt ist und die andere Hälfte durch Polster bedekt sind die die Amaturen vor den Sonnenstrahlen schützen sollen, denn sieht er mich auf meinem Fahrrad. In aller Regel hat er keine Zeitmehr zum bremsen und drück die Hüpe und ich steuere den Sand neben der Straße an.
Isfahan
Diese Begegnungen sind für mich immer sehr streßvoll und verderben mir den Tag. Außerdem machen sie mich sehr nervös, wenn ich ein Hüpe höre. Da ich jedes Mal schnell in den spiegel schauen muss.

Erklaerung zu den Bildern: Eines der beiden Foto wurde mir von einem Freund meiner Eltern geschickt, es zeigt den Iran vor 40 Jahren.

Blühende Landschaften

Dubai ist eine neue Stadt. Vor 50 Jahren gab es nur Sand und 40.000 Einwohner. Dubai boomt. Es wird viel gebaut. Die „Industrial Areas“ von Sharjah sind fast ausschließlich ein Abstellplatz für Baumaschinen.
Sharjah & Dubai
Heutzutage ist Dubai ein indische Stadt. 51% der Bevölkerung kommt aus Indien und 17% aus Pakistan. Nur 10-15% sind Emiratis. Die Emirate schauen in die Zukunft und haben ihre erste Marsmission angekündigt. In Dubai gibt es gigantische Straßen, 6 Spuren pro Richting. Als Radfahrer fühlt man sich ziemlich klein, aber es ist auch cool auf so großen Straßen zu fahren.
Sharjah & Dubai
Leider bleibt dem Radler in Dubai nicht viel anderes übrig. Es gibt nur große Straßen oder große Straßen zur Auswahl. Bei der Errichtung von Dubai wurde kein Verkehrsmittel außer dem PKW berücksichtigt. Es gibt keine Fahrradwege, die U-Bahn ist relativ neu und prägendes Nahverkehrsmittel ist das Taxi.
Sharjah & Dubai
Wer „in“ Dubai Fahrradfahren möchte, begibt sich zum Al Qudra Cycle Path, eine über 100km lange Radstrecke mitten in der Wüste. Es gibt jedoch keine Möglichkeit die Strecke mit dem Fahrrad „legal“ zu erreichen, den an allen Zufahrtsstraßen ist das Radfahren verboten.
Sharjah & Dubai
Dies stört die Emiraties aber nicht weiter, ihre Autos sind groß genug für den Radtransport. Das Radfahren das neue Golf der Reichen ist, zeigt sich auch und besonders stark in Dubai. Der Kauf von Fahrrädern zu einem Preis von über 10.000 Euro ist kein Problem. Ebenso gibt es den speziell designten Emirate Laufradsatz für nur 7000 Euro. Leider habe ich keine Teile für meine 24-Gangschaltung bekommen können, bei Nachfragen bekamen die Verkäufer immer große Augen und meinten, dass die Technik zu alt sei.
Sharjah & Dubai
Lieder haben die Stadtplaner es versäumt Dubai zu einer grünen, nachhaltigen, regenarativen oder sonst wie auch immer zukunftsfähigen Stadt zu entwickeln. Der petroliumgetriebene Lebensstiel mit zu großen Autos auf noch größeren Straßen erinnert mich an einige amerikanische Städte, wo sicher auch die Vorbilder dieser Städteplanung zu suchen sind. Die inoffiziellen Slogens von Dubai, die mir immer wider entgegen strahlen werben mit „enhance your shopping expierince“ und „(for a) better class shopping“ für eine bessere Zukunft.
Burj Kalifa
Bei meinem ersten Besuch in Dubai konnte ich mich nicht des Gefühls nicht verwehren in einer neuen Wundercity zu sein. Ganz nach dem Motto „work hard, play hard“ das mir mehrere Europäer dort nennen. Dubai hat entscheidende Standortvorteile, günstige Energie, geringe Löhne (durch die ausländischen Arbeitskräfte) und fast keine Steuern, da der Staat aus dem Öl seine Einnahmen erzielt. Diese Bedienungen haben viele internationale Unternehmen angelockt. Trinkwasser ist kein Problem, da ausreichen Energie für die Entsalzung zur Verfügung steht. Falls das Öl nicht mehr in den benötigten Mengen zur Verfügung steht. Könnten auch die Einnahmen des Staates wegbrechen und die Wasserentsalzung schwieriger werden. Mich erinnert der Boom von Dubai am Anfang dieses Jahrhundert an die Entwicklung von Detroit im letzten Jahrhundert. Das die ansässigen Unternehmen und Menschen global mobil sind, haben sie bereits bei der Wanderung nach Dubai gezeigt. Ist Dubai das Detroit des 21. Jahrhunderts?
Sharjah & Dubai
P.S.: In Detroit sind in zwischen blühende Landschaften entstanden.

Stadtstrand

Dubai
Die Vereinigten arabischen Emirate sind im Prinzip ein überdimensionierter Sandstrand, an dessen Wasserlinie urbane Felsen empor ragen.
Dubai
In den urbanen Gestarden leben „arabs“, experts“ und „worker“. Die drei Gruppen haben außerberuflich wenig Kontakt miteinander und leben in drei Parallelwelten. (Die Gruppen entsprechen in etwa denen im Oman.)
Dubai
Mehrere „experts“ haben mir unabhängig voneinander erzählt, dass, die „arabs“ arrogant sind. Sie würden nur an sich denken. Altruismus gibt nur, wenn die Religion es fordert. Es sei eine Mischung aus Ayn Rand und Koran.
Dubai
Leider ist Ayn Rand in Deutschland nicht so bekannt, wie sie es seinen müsste, um die Welt zu verstehen. Sie ist eine amerikanische Vordenkerin, die maßgeblichen Einfluss auf das Silicon Valley hatte und Persönlichkeiten, wie Alan Greenspan geprägt hat. Die Doku All Watched Over by Machines of Loving Grace von Adam Curtis erklärrt, ihre Gedankenwelt.
Dubai
Dubai
Dubai

Illegal in Dubai

Hallo Zusammen,
mir geht es bestens. Ich bin im Iran und sehr beschäftigt, deswegen habe ich den Blog etwas vernachlässigt, zukünftig soll es jedoch wieder regelmäßig Updates geben. Beste Grüße Jonas

Wueste
Kamele
Im Oman weht es immer. Rückenwind ist super. Gegenwind ist echt anstrengend.
Kamele
Dreimal bin ich in einen Sandsturm geraten. Als ich von den Emiraten in den Oman rollte, schob der Wind ordentlich von hinten. Beim zweiten Sandsturm konnte ich in einer Bushaltestelle unter kriechen. Beim Verlassen des Oman traf mich erneut ein Sandsturm mit voller Wucht.
Kamele
Zunächst hatte ich Rückenwind und rollte mit 60km/h vom Wind geschoben durch die Ebene. Leider musste ich nach 20 km abbiegen und wurde vom Seitenwind sandgestrallt.
Kamele
Sowohl der omanische Checkpoint wie auch der Emiratische trugen die Beamten meinen Pass in ihr Wachhäuschen und winkten mich dann durch.
Ich beschloss bis Dubai durchzufahren, denn an ein Zelten in dem Wind konnte ich mir schwer vorstellen.
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Am nächsten Morgen guckte ich in meinen Pass und stellte erstaunt fast, dass dort keine neuen Stempel waren. Auf der nächsten Polizeiwache fragte ich, ob das so richtig sei. Ihr Computer stellte fast, dass ich nicht offiziell eingereist war. Sie verwiesen mich an die Migrationsbehörde. Dort wollte man mir helfen, ich wurde von einem Schalter zum Nächsten verwiesen. Leider hieß es nach gut zwei Stunden, dass ich zurück zur Grenze müsse.
Wueste
Am nächsten Morgen machte ich mich mit wenig Gepäck auf den Weg zur Grenze, um mir meinen Einreisestempel zu holen.
Wueste

Frauen schweben dahin.

Wadi Bani Khalid
Ich habe zwei Tage am Wadi Bani Khalid verbracht. Die Wadis sind das beste am Oman. Das Wasser ist Badewannen warm. Wenn man still im Wasser sitzt, kommen die kleinen Fische und knappern an den Füßen – sehr kitzelig.
Es war Wochenende, dies ist am Freitag und Samstag im Oman, und so waren viele omanische Familien dort.
Wadi Bani Khalid
Einige der Männer und Jungen haben mich angesprochen, sie haben mein Fahrrad bewundert und mir eine gute Reise gewünscht. Ihre Frauen und Töchter wurden mich, glaube ich nie ansprechen. Sie interessiert schon, was das für ein verrückter Europäer ist. Wenn sie denken, sie seinen unbeobachtet, werfen sie einen schnellen, interessierten Blick auf mein Fahrrad, meine Ausrüstung, auf mich (nur wenn sie ganz sicher sind, dass sie nicht beobachtet werden). Kleine Mädchen gucken, sich alles deutlich ausführlicher an, bis sie vom Vater zu Recht gewiesen werden, dann unterlassen sie es umgehend. Gleiches passiert auch, wenn die Familie sich längs des Wadis zu einem anderen Platz bewegt. Der Vater schreitet voran. Die Frau und die Töchter folgen in einer dichten Traube in einigen Meter Abstand. Wenn die jüngste Tochter beginnt, über die Felsen zu springen und nicht wie ihre Schwestern unauffällig und sittsam dahin zu schweben, dann wird sie, sobald der Vater es bemerkt, recht gewiesen.
Wadi Shab
Wenn sich einige Töchter etwas angucken wollen, werden sie immer von einem männlichem Familienmitglied begleitet, dieses übernimmt, dann die Rolle des Vaters.
Sud

Oman
Es scheint mir als, ob es ein Ideal einer (jungen) Frau gibt. Sie soll leise still, fast unscheinbar/ unantastbar aber auch elegant sein. Ihr Gang ist mehr ein Schweben. Zu diesem Ideal werden alle Mädchen von klein auf hin erzogen.
Oase
Am ehesten erinnert mich das Verhalten der jungen Damen an einen Hund, der zu häufig verprügelt wurde. Manchmal trifft man Hunde mit sehr unterwürfigem Blick, sie sind sehr anhänglich und lieb, doch sobald man nur die Hand hebt oder lauter wird, ziehen sie den Schwanz ein, senken den Kopf und kuschen.
Zelten unter Palmen

Hypermarket

Im Gegensatz zum Iran gibt es im Oman westliche Supermärkte mit westlichen Waren. Neben diesen findet man dort auch Indische und arabische Lebensmittel.
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Einer der größten Supermärkte ist der Lulu Hypermarket. Ich bin mir nicht sicher, ob es die Bezeichnung Hypermarket in Deutschland gibt. Gemeint sind sehr große Supermärkte.
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Eine der kuriositäten einer Radtour nach Osten ist, dass die Bezeichnung Supermarkt inflationär verwendet wird. Umso weiter ich nach Osten komme, um so kleiner werden die Supermärkte, so dass sich jeder Dorfhöker der mehr als ein Produkt verkauft, sich als Supermarkt bezeichnet. Dadurch schrumpfen ebenfalls die Hypermärkte, die teilweise die Größe eines kleinen Supermarktes in Deutschland haben.
Wadi Shab
Anders jedoch der Lulu Hypermarket, mit gigantischer Fläche erinnert er stark an Wallmart in den USA. Auch andere Errungenschaften der amerikanischen Kultur haben im Oman Einzug gehalten. So gibt es in Supermärkten Personal das die Waren in Plastiktaschen packt, den Einkaufswagen zum Auto schiebt und die Taschen ins Auto lädt. Die Autos sind natürlich amerikanisch groß. Natürlich gibt es keine Einkaufwagenmünzen, sondern Personal das die Einkaufswagen auf dem Parkplatz einsammelt.
Buraimi
Die einzige Evolutionsstufe die in Omans Supermärkten noch nicht erreicht wurde, sind Elektroskooter, mit denen in den USA den Menschen das Laufen durch den Supermarkt erspart wird. Jedoch sind die Omanis deutlich besser zu Fuß, im Gegensatz zu den USA habe ich keine offensichtlich Fußkranken Menschen gesehen. Auch sind im Oman keine verfaulten Zähne in mein Blickfeld gekommen. Der Omani macht einen gesünderen Eindruck als die Bewohner der USA.
Wadi Bani Khalid
Amerikaner wie Omanis lassen sich gerne bedienen, jedoch sind im Oman die Diener und Arbeiter ebenfalls Ausländer. Nur die Sklavenarbeit wird in den USA von Gefängnisinsassen oder illegalen Mexikanern erledigt.
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P.S.: Ich habe noch einen interessanten Artikel für euch.

Willkommen in der Monarchie

Oman ist eine Monarchie. Sultan Qabus ist der Alleinherrscher. Er hat nach seiner Machtergreifung vor 45 Jahren das Land aus dem Mittelalter in die Moderne geführt. Mir wurde erzählt das es damals nur 10km geteerte Straßen im Land gab.
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Heutzutage durchziehen vierspurige Highways das Land und die Hauptstadt. Die Hauptstadt Muskat hat sich ausgehend vom Sultans Palast in zwischen auf eine Länge von ca. 80km ausgedehnt. Es gibt auf Wunsch der Sultan keine Wolkenkratzer in Muskat. Die Omanis wohnen in großen Häusern, die Schlösschen ähneln. Jedes bebaute Grundstück ist von einer Mauer umgeben, das Bebauen einer Parzelle ist erst erlaubt, wenn sie von einer Mauer umgeben ist.
Oman
In der Stadt sind viele Verkehrsinseln grün bepflanzt und es gibt Grund an vielen Stellen. „Weil der Sultan es so will“, ist die viel gehörte Begründung für die Frage, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Die gleiche Antwort gibt es auch für die Begründung anderer amüsanter Gesetze, wie das Verbot von staubigen Autos.
in Buraimi
Der Sultan wird von seinen Untertanen verehrt. Viele Omanis haben mir Bilder von ihrem Herrscher auf dem Handy gezeigt. Ich habe kein schlechtes Wort über den Sultan während meines Aufenthaltes gehört.
Dhank
Aktuell befindet sich der Sultan im Deutschland, um sich von einer Krankheit zu kurieren. Das Land wartet, dass er bald wieder kommt. Die Investitionsbereitschaft ist durch seine Abwesenheit gebremst.
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In der Gesellschaft gibt es eine Pyramide von Abhängigkeiten. Unter dem Sultan gibt es die einheimischen Omanis, gefolgt von den Europäern (oder aus anderen Ländern der westlichen Welt). Den Schluss bilden die Inder. Damit Ausländer ein Unternehmen im Oman gründen können, benötigen sie einen einheimischen Sponsor, der 51% des Unternehmens hält. Dem Sponsor gehört formal das Unternehmen, auch wenn er nicht mehr als seine Unterschrift einbringt. Dadurch sind die Europäer von den Launen ihres Sponsors abhängig. Wenn er will, kann er ihr Visum nicht verlängern, wodurch sie das Land verlassen müssen und ihr investiertes Geld verlieren. Der Sponsor kann, aber zum Beispiel auch die ins Unternehmen investierte Summe bei Banken als Sicherheit für private Kredite hinterlegen. Ihm gehört das Unternehmen. Die ausländischen Partner sind von ihm abhängig.
Dattelpalmen
Auf der untersten Ebene der Pyramide stehen die Arbeiter (aus Indien, Pakistan, usw.) sie arbeiten häufig auf einem Visum der Europäer und sind wiederum von diesen abhängig. Bei nicht gefallen, können sie in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden, in denen sie nur einen Bruchteil des omanischen Lohns verdienen.
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