Ein iranisches Sprichwort

Im Iran gibt es ein Sprichwort:

„Es braucht viele vernünftige Menschen, um einen Stein aus einem Brunnen zuholen, den ein Verrückter herein geworfen hat.“

Den Stein, den unser Finanzminister versenkt hat, ist groß und schwer.

In Gilan, Iran mit Marjan

Advertisements

Griechenland – Abschließende Gedanken

Acropolis of Athens Mehrfach habe ich vor griechischen Banken lange Menschenschlangen gesehen. Muss ich mir Sorgen machen? Tempel des Hephaistos AthenEine gute Sache in Griechenland ist, dass die meisten Cafés Internet per WLAN anbieten. Außerdem wird man sich einen Kaffee bestellt hat in Ruhe gelassen und kann Surfen. Die in Deutschland vorkommende Unsitte, dass man regelmäßig zum Konsum aufgefordert wird, ist nicht anzutreffen. Welches Verhalten für den Café-Betreiber ökonomischer ist, kann ich nicht beurteilen. Vor zwei Wochen habe ich geschrieben, dass mich viele Griechen nach meiner Herkunft gefragt haben und dann das Gespräch beendet haben, nachdem ich gesagt habe, dass ich auf Deutschland komme. Also habe ich in der letzten Woche begonnen, andere Herkunftsländer zu nennen, wahlweise die Schweiz oder Dänemark. In aller Regel war die Reaktion die Gleiche. Jedoch gab es die eine Ausnahme. Der gute Herr schimpfte auf die Deutschen, die ja zweimal einen Weltkrieg begonnen haben, dabei die Griechen ausgeraubt haben und viele Griechen umgebracht haben. Außerdem haben die Deutschen immer mit den Türken zusammen gearbeitet, die die Griechen aus Westanatolien vertrieben haben… (Natürlich haben die Griechen die Türken vorher vertrieben.) Also Nationalismus gibt es überall… Acropolis of Athens Bisher war ich von den archäologischen Stätten eher enttäuscht, natürlich sind sie sehr alt aber sie hatten eher etwas von nicht ganz zufällig verteilten Steinen. In Athen ist das anders, dort stehen noch Gebäude! Athen In Athen habe ich über Couchsurfing ein kleines Zimmer bekommen. Das Zimmer war im siebten Stock und hatte eine super Aussicht. Aussicht Abschließen möchte ich meine Griechenlandnotizen mit einem Rezept: Café frappé. Schmeckt gut, besonders, wenn es warm ist. Man schüttelt wasserlösliches Kaffeepulver, Zucker und etwas Wasser zu Schaum, diesen gibt man über Eiswürfel. Man kann das Ganze mit Wasser strecken, dann hat man am Anfang nicht nur Schaum zu trinken und muss nicht warten bis die Eiswürfel abgeschmolzen sind. Getrunken wird durch einen Strohhalm. IMG_1270

Peloponnes

Mykene: Löwentor
Mein Weg führte wieder auf den Peloponnes.
Mykene
Ich wollte Mykene und Tiryns besuchen.
IMG_1081
Über den Kanal von Korinth führen sehr interessante Brücken. Es sind „Klappbrücken“, die nicht „klappen“, sondern auf den Kanalgrund abgesenkt werden.
Eisenbahn Pelepones
Auf dem Peloponnes liegen viele Eisenbahnschienen, leider fahren keine Züge mehr.
IMG_1153
Von Methana nahm ich die Fähre nach Athen.
IMG_1201-2

Griechenland

Ferry to Patras 48 Stunden zuvor war ich noch auf Korsika gewesen. Etwas gerädert aber vor allem froh in Griechenland zu sein, betrat ich nach 21 Stunden an Bord der Fähre wieder festes Land.
Die Fähre machte Zwischenstopps in Korfu und Igoumenitsa. Bis Korfu waren viele junge Slowenen auf der Fähre, die die Nacht zum Tag machten. Die meisten Pasagiere verließen die Fähre bis Igounemitsa. Anschließend war die Fähre annähernd leer. Die Aussicht von der Fähre auf die griechischen Inseln war genial.
Ferry to Patras
Von den griechischen Straßen war ich erst mal geschockt – sehr schlechter Zustand, kaum Ortshinweisschilder und vor allem gibt es keine Sackgassenschilder. Aus Patras heraus folgte ich einer Schnellstraße. Die Straße hatte Links und Rechts und zur Gegenrichtung Leitplanken. Plötzlich stand am Straßenrand ein Autobahnschild. Ohne das eine Ausfahrt auch nur in Reichweite war… (Wer stellt so die Schilder auf? Umdrehen ist nicht möglich, weiterfahren nicht erlaubt)
Rio-Andirrio-Brücke
Den Peloponnes verließ ich über die Rio-Andirrio-Brücke. Ich weiß nicht, ob die Brücke für Fahrradfahren offen ist, die Frau im Mauthaus auf der anderen Seite hat sehr verwirrt geguckt, ein Verbotsschild habe ich nicht gesehen. (Laut Wikipedia darf man drüber radeln.) Ich habe gerade nachgelesen, dass Piffe, über die Frage, ob auf der Brücke radeln erlaubt ist, ebenso verwirrt war. Scheinbar gibt es auch einen Fußweg inkl. 50 Treppenstufen, da bin ich doch froh die Fahrbahn benutzt zu haben.
Uebersicht
In Griechenland ist es warm. In der Regel über 30°C. Nachts kühl es sich auf 28°C ab. Den Spitzenwert den ich bisher im Schatten gemessen habe war 37°C.
Rio-Andirrio-Brücke
In Griechenland möchte ich mir Delphi und Mykene angucken und dann von Athen über die Inseln in die Türkei übersetzen.
Delphi
Delphi wie auch Mykene gehören zu den Orten, an die ich schon lange mal wollte. Die Idee von Orakeln finde ich super spannend. Ich halte es für eine der besten Geschäftsideen, die je entwickelt wurde: Die Herrscher (und die allgemeine Bevölkerung) verschiedener Länder kommen und erzählen ihre geheimsten Pläne. Sie bringen Opfergaben mit. Und sie hören auf den Rat (oder die Anweisungen) die ihnen gegeben werden. Das alles ohne Zwang, freiwillig. Ich weiß nicht, ob es etwas Ähnliches heute gibt. Die Katholische Kirche hat mir ihrer Beichte ein vergleichbares System entwickelt. Die Beichte skaliert besser, da es nicht nur eine Person gibt, die zuhört. Jedoch ist das Erteilen der Ratschläge nicht mehr so stark ausgeprägt. Heutzutage haben wir Google, Facebook, die NSA, den BND und Co., sie leben von den Informationen die Sie durch zuhören erhalten, explizite Opfergaben sind nicht mehr inbegriffen.
Delphi
Griechenland ist super geeignet zu wild zelten. Überall an der Küste stehen Zelte, viele Griechen machen so Urlaub.
Delphi
Griechenland gefällt mir echt super, die Landschaft ist genial. Durch eine große Zahl von Roadkill am Straßenrand bekomme ich einen guten Eindruck von der heimischen Tierwelt. Leider stinkts stark. Neben toten Tieren befinden sich an vielen Stellen unglaubliche Mengen Müll am Straßenrand. Das Meer ist trotzdem erstaunlich klar.
Es Orthodoxt
Es orthodoxt. Überall im Land stehen kleine Miniatur-Kirchen.
...Bis zum Sonnenuntergang
Die Menschen sind schweigsam aber sehr hilfsbereit. Wenn ich irgendwo anhalte und mit zusammengekniffenen Augen die griechischen Buchstaben auf Straßenschildern mit jenen auf meiner Landkarte vergleiche, kommt es häufig vor, dass Autofahrer oder Fußgänger anhalten und mir ihre Hilfe anbieten. In Gesprächen ist die erste Frage immer, woher ich komme. Leider ist nach einer ehrlichen Antwort, aus der auf meine Nationalität zuschließen ist, das Gespräch häufig beendet. Politik wird schnell ein wichtiges Thema in Gesprächen. Merkel ist sehr bekannt (und nicht sehr beliebt). Wer kennt den griechischen Regierungschef?
Vom Sonnenaufgang...
In Griechenland gibt es nach wie vor wenig Arbeit und viel Krise, wie mir erzählt wurde. Das Leben ist deutlich beschwerlicher geworden aber die Menschen helfen sich gegenseitig mehr als vorher. Da meiner Meinung nach die Krise unausweichlich auch nach Deutschland kommen wird (entweder platzt die EZB, die USA oder Peak-Oil schlägt durch), finde ich es gut zuhören das nicht nur negative damit einhergehen. Eigentlich müssten wir und jetzt Griechenland ganz genau angucken, um von ihren Erfahrungen zu profitieren.
Es orthodoxt
Kommen wir zu kuriosen Dingen (die ich nicht zwingend alle verstanden habe).
Ich dachte die Deutschen waschen rekordverdächtig häufig ihr Auto, die Griechen übertreffen dies eindeutig, Abends und Morgens werden am Straßenrand unglaublich viele Autos gewaschen.
?
Ich bin an dieser Kirche vorbeigekommen: Wird sie gerade ausgegraben? Wird sie gerade vergraben? Woher kommt die ganze Erde? Warum?
IMG_1075b
An einigen Nadelbäumen wird Baumharz gewonnen, was macht man damit?
Alles in allem bin ich froh in Griechenland zu sein, das Land gefällt mir sehr gut!

Korsika & dann…

Die Überfahrt nach Korsika begleitete starker Wellengang. Ich glaube das ganze Schiff war seekrank. Dafür waren die Plätze mit guter Aussicht nicht belegt. Als sich mein Magen etwas beruhigt hat, habe ich ein Video erstellt. Es ist etwas verwackelt, da das Schiff nicht still stand.
Ferry to Patras
Nach dieser bewegten Überfahrt bin ich auf Kosika zunächst die Ostküste herunter geradelt, und habe den Strand genossen. Im südlichen Bereich der Insel habe ich mich ins Inselinnere vor gewagt. Trotz der genialen Landschaft war irgendwie die Luft raus. Ich habe bei schönen Plätzen nicht mehr angehalten oder Fotos gemacht. Ich hatte nach zwei Monaten die Nase von (West-)Europa voll. Ich beschloss mich möglichst schnell in die Türkei zu begeben und eine ausführliche Erkundung von Sardinien und Sizilien zu vertagen.
Ferry to Patras
Nachdem ich einen Tag über meine Möglichkeiten nachgedacht hatte radelte ich zum nächsten Hafen Porto Vecchio. Da dort keine Fähre fuhr, beschloss ich mein Glück in Olbia auf Sardinien zu versuchen. Um 15:30 nahm ich die Fähre von Bonifacio nach Sardinien. Um 21Uhr war ich nach 60km radeln in Olbia und bekam für die Fähre um 22Uhr noch ein Ticket. Am nächsten Morgen war ich wieder in Liverno. Da ich wusste, dass von Ancona Fähren nach Griechenland fahren, nahm ich die Bahn und war um 14:30 Uhr in Ancona. Um 15:30 Uhr hatte ich den Ticketverkauf gefunden und war im Besitz eines Tickets nach Patras. Eine Stunde später legte das Schiff nach Griechenland ab.
Ferry to Patras