Georgien – Ein Land im Nebel

Tiflis In Tiflis machte ich, auf mein Aserbaidschan-Visum wartend, eine längere Pause. Für zwei Tage fuhr ich mit Vanessa, die ich im Hostel kennen gelernt hatte, nach Kazbegi in die Berge. Tiflis Dort wanderten wir zum Kloster einer der Hauptsehenswürdigkeiten. Kazbegi Panorama Kazbegi Kazbegi Kazbegi

Es herrschte Nordwind, der Nordwind brachte kalten Nebel aus Russland (Video). Im Nebel und unterm Nebel war es deutlich kälter als darüber. Winter Der Winter kommt, wir hatten Frost und auch tagsüber nur wenig über Null Grad. Tiflis Nachdem ich endlich mein Visum hatten, bin ich Richtung Aserbaidschan aufgebrochen. Die lange Pause und die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt haben mich zu neuen Höchstleistungen motiviert. So bin ich an einem Tag von Tiflis nach Telavi geradelt, dort winkte ein Bett in einem Hostel. So habe ich einen neuen Rekord aufgestellt 1824 Höhenmeter bei 93KM an einem Tag. Pass im Nebel Mein persönlicher Eindruck von Georgien ist, dass es ein Land im Nebel ist. Georgien hat eine lange christliche Geschichte. Dann herrschte für mehrere Jahrzehnte die atheistische Sowjetunion. Jetzt wendet sich das Land der westlichen Konsumgesellschaft zu. Es hofft auf Aufnahme in die Nato und EU. Mir kommt es, wenn ich alle Gespräche Revue passieren lasse, wie im Nebel vor. Es ist nicht klar wie es in Zukunft sein wird und wo es genau hingeht. Den Wunsch nach Nato- und EU-Mitgliedschaft habe ich häufig gehört. Aber auch leichte Zweifel, ob dann automatisch westlicher Lebensstandart Einzug hält. Der Wunsch wie im Westen zu Leben ist sehr stark. Nur ist nicht immer klar, wie das Leben im Westen tatsächlich ist und wie man dorthin kommt. Tiflis Hostel P.S.: Der Verkehr in Georgien ist der mörderischte, denn ich bisher erlebt habe.

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Georgien – Wieder in Europa?

Batumi
Mein erster Gedanke an Georgien war: „Endlich Alkohol zu vernünftigen Preisen“.
Batumi
In Batumi gibt beeindruckende Architektur.
Batumi
Leider Vieles for Sale.
Batumi
Also wenn Ihr moderne Architektur kaufen wollt, gibt es die in nicht geringer Zahl in Batumi.
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Die Landschaft ist umwerfend. Endlich wieder Gebirge. Ich stehe in einer sehr starken Hassliebe mit Gebirgen. Einerseits ist die Landschaft oft sehr schön, andererseits ist es sehr anstrengend dort zu radeln.
Goderdzi Pass
Die Straße war ziemlich schlecht: Piste, Steine, Schlamm. Mehr als Schrittgeschwindigkeit war nicht möglich. Berg ab ging es auch nicht schneller.
Zarzma Monastery
Als ich Abends in Zarzma an kam, fragte ich im Dorf nach einem Platz für mein Zelt, da ich vermutete das es in den Bergen Wölfe, Bären und Hunde gäbe. Später wurde meine Vermutung von einem der Einheimischen bestätigt. Einige Einheimische fragte ich nach einem Platz für mein Zelt, sie deuteten auf die Kirche und meinten ich solle dort fragen. Zunächst war ich eher unwillig, denn die Kirche stand auf einem hohen Felsen und an der Straße hinauf stand ein 14%-Steigung-Schild. Oben angekommen entpuppte sich die Kirche als Kloster. Einer der Mönche sprach mich auf Englisch an und ich erklärte, dass einen Platz zum Schlafen bzw. für mein Zelt suche. Er erwiderte, dass er nach fragen müsse und verschwand in den Mauern. Er kam mit der freudigen Nachricht zurück, dass sie ein Gästebett frei hätten. So verbrachte ich einen Abend im Kloster Zarzma. Ich durfte mit an der großen Tafel speisen und dem Gottesdienst beiwohnen. 🙂
Kühe
Erstaunlich finde ich, dass es in Georgien deutlich weniger Müll in der Landschaft gibt. Ich hatte mich in Griechenland und der Türkei schon so sehr an die zu gemüllte Natur gewöhnt, dass es mir erst wieder richtig aufgefallen ist, als der Müll nicht mehr das war. Die Türken haben in dieser Beziehung ein verstörendes Verhältnis zu ihrem Land, wenn sie irgendwo picknicken oder aus anderen Gründen Essen in der Natur zu sich nehmen, lassen sie die Verpackungen einfach zu Boden segeln, wo sie dann verbleiben.
Cowboy
Georgien kommt mir deutlich europäischer vor als die Türkei, ich kann es leider noch nicht an konkreten Situationen festmachen, es ist mehr ein Bauchgefühl. Die Georgier verhalten sich europäischer.
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Erstaunlich finde ich, wie präsent die Geschichte in vielen Ländern ist. So ist es mir in Griechenland, der Türkei und Georgien passiert, dass Gesprächspartner als eines der ersten Themen, die früher vorhandene Größe „ihres“ Landes wählten. In der Regel wurde dabei auf Gebiete Bezug genommen, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert zum entsprechenden Land gehörten.
Interessant wird die Beobachtung, wenn man die Grenzen auf dem Gebiet der BRD sich in dieser Zeit anschaut. Und sich fragt, warum in Deutschland die Geschichte nicht so präsent ist.
(Wäre die deutsche Nation nicht so stolz auf ihre wirtschaftliche Macht, würden wir womöglich immer noch Ostdeutschland als Mitteldeutschland bezeichnen.)
Batumi
Unterwegs stehen immer wieder Kinder am Straßenrand. Sie freue sich immer mich zu sehen und wollen sich mit mir unterhalten. Die Gespräche sind in der Türkei und in Georgien sehr unterschiedlich.
Batumi
Einige Türken haben jedoch einen erweiterten Wortschatz einige Andere werfen jedoch mit Steinen, wenn die Antwort aus ihrer Sicht nicht zufriedenstellend ausfällt. Glücklicherweise können sie nicht gut zielen. In Georgien ist mir das nicht passiert.
Batumi
Wie letzte Woche schon verlinkt ist dieses meine Route für den Kaukasus.
NEU: Mit Höhenprofil!
Batumi
P.S.: Am 15.10. bin ich meinen 6000. Kilometer nach 400 Stunden gefahren. 44300 Höhenmeter habe ich erklettert.