Korsika & dann…

Die Überfahrt nach Korsika begleitete starker Wellengang. Ich glaube das ganze Schiff war seekrank. Dafür waren die Plätze mit guter Aussicht nicht belegt. Als sich mein Magen etwas beruhigt hat, habe ich ein Video erstellt. Es ist etwas verwackelt, da das Schiff nicht still stand.
Ferry to Patras
Nach dieser bewegten Überfahrt bin ich auf Kosika zunächst die Ostküste herunter geradelt, und habe den Strand genossen. Im südlichen Bereich der Insel habe ich mich ins Inselinnere vor gewagt. Trotz der genialen Landschaft war irgendwie die Luft raus. Ich habe bei schönen Plätzen nicht mehr angehalten oder Fotos gemacht. Ich hatte nach zwei Monaten die Nase von (West-)Europa voll. Ich beschloss mich möglichst schnell in die Türkei zu begeben und eine ausführliche Erkundung von Sardinien und Sizilien zu vertagen.
Ferry to Patras
Nachdem ich einen Tag über meine Möglichkeiten nachgedacht hatte radelte ich zum nächsten Hafen Porto Vecchio. Da dort keine Fähre fuhr, beschloss ich mein Glück in Olbia auf Sardinien zu versuchen. Um 15:30 nahm ich die Fähre von Bonifacio nach Sardinien. Um 21Uhr war ich nach 60km radeln in Olbia und bekam für die Fähre um 22Uhr noch ein Ticket. Am nächsten Morgen war ich wieder in Liverno. Da ich wusste, dass von Ancona Fähren nach Griechenland fahren, nahm ich die Bahn und war um 14:30 Uhr in Ancona. Um 15:30 Uhr hatte ich den Ticketverkauf gefunden und war im Besitz eines Tickets nach Patras. Eine Stunde später legte das Schiff nach Griechenland ab.
Ferry to Patras

Frankreich – Regen

BesanconIn Frankreich regnet es immer. Meistens eher 20 als 12 Stunden am Tag. Zwischen Metz und Gray hat es sich richtig ein geregnet. Die vier Tage floss das Wasser fast durchgehend. Der Höhepunkt war der 9. Juli mit 24h Regen ohne Pause.
Heute (15. Juli) ist der erste Tag ohne Regen. Zwischenzeitlich konnte ich sehr gut verstehen, dass in Frankreich Frösche gegessen werden, bei so viel Regen gibt es die im Überfluss. (Sie essen wirklich Froschschenkel, ich habe nachgefragt.) Nur dass mit dem Weinabbau konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Wein brauch doch Sonne.
Übernachtet habe ich meisten unter Unterständen in denen die Bauern ihr Stroh lagen, damit es wenigstens in der Nacht trocken ist. Meine Regenkleidung hat ebenso sich als regenabhaltend erwiesen.
trockener Schlafplatztrockener Schlafplatz
An Grenze nach Frankreich habe ich nach einem Schild Ausschau gehalten, dass die Staatsgrenze markiert. Entweder habe ich es Übersehen oder es war keines vorhanden. Das ich eine Grenze überquert habe wurde jedoch auch dadurch deutlich, dass ich heruntergekommene, am Straßenrand parkende Wohnmobile passierte, aus denen Mann laut stöhnte.
Wo die Wolken entstehen.
Direkt hinter der Grenze passierte ich den Ort an dem die Wolken entstehen. Das AKW Cattenom gehöhrt zu den am wenigsten sicheren in Westeuropa. Aber glücklicherweise „besteht keine Gefahr für Arbeiter und Anwohner“.
Metz
Metz und Nancy sind sehr schöne Städte, speziell die Kathedrale von Metz fand ich sehr beeindruckend.
Canal de l’Est
Bis Epinal bin ich entlang der Mosel gefahren. Von dort entlang des Canal de l’Est in Richtung Gray. Obwohl es an einigen Stellen Fahrradwege gibt, bin ich viel auf der Straße unterwegs. Die Radwegbaukünste fallen am ehesten in die Kategorie stets bemüht. Teilweise sind es die besten Radwege meiner bisherigen Tour, doch enden sie plötzlich an einem Feld oder Wald. Ein Schild weist darauf hin, dass der folgende Trampelpfad der offizielle Radweg ist und man sich nicht verfahren hat. Nachfolgend gibt es keine Schilder mehr, die einzige Orientierung sind die anderen Radspuren durch den Wald.
Uebersicht
Mir hat Frankreich gut gefallen, die Menschen sind sehr nett. Begrüßen tun sich die Menschen weniger durch Handschlag als viel mehr durch Wangenküsse. Handschlag kommt auch mal von. Die Regeln zu den Begrüßungsritualen in Frankreich habe ich nicht verstanden, ich habe aber auch nicht nach gehackt.
Wenn ich nicht in Unterständen für Stroh geschlafen habe, habe ich wieder Warmshowers benutzt. So habe ich einen Abend etwas darüber erfahren, wie Pilze angebaut werden und den anderen Abend Flammkuchen gebacken.
FlammkuchenbackenFlammkuchenbackenFlammkuchenbacken
Mit „Merci“ und „bon jour“ erschöpft sich mein französischer Wortschatz. Viele Franzosen können weder Englisch noch Deutsch, somit wurde Frankreich zum idealen Testgebiet für meine Zeichensprachkenntnisse. 🙂
Metz