Fast vom Blitz getroffen

Dom
Es schien fast so, als ob uns Holland nicht wieder gehen lassen wollte. Am Freitag den 27.6. wehte der Wind auf dem Weg von Venlo nach Maastricht konsequent von vorne. Ich weiß nicht an wie vielen Tagen in Holland der Wind aus Süden weht, aber es ist zu mindestens nicht die gängigste Windrichtung.
Gegen Mittag regnete es das erste Mal. Kim zog Regenjacke und Regenhose über. Ich blieb nahm nur meine Regenjacke. Meine kurze Hose trocknet sehr schnell und meine Schuhe sind wasserdicht. Meine Schuhe waren von unten und von den Seiten tatsächlich wasserdicht, jedoch schwammen meine Füße nach einer halben Stunde Starkregen in meinen Schuhen. Der Regen hörte auf und legten eine Pause ein, damit ich meine Schuhe trocknen konnte.
Wir waren kaum drei Kilometer gerollt als es wieder zu regnen begann, gerade noch rechtzeitig zogen wir unsere Regenkleidung an. Genau so schnell wie der Regen gekommen war, verschwand er wieder. Wir waren das ewige an und aufziehen unser Regenkleidung Leid und radelten weiter. Mit der Zeit wurde das Klima in der Regenkleidung ziemlich tropisch. Nach 10 km hatte ich genug und zog meine Regenkleidung wieder aus.
Maastricht
Maastricht erreichten wir trocknen Fußes, jedoch braute sich ein Gewitter über der Stadt zusammen, so stark, wie wir es selten erlebt haben. Wir dachten noch Gewitter, in einer Stadt, was kann uns da schon passieren und radelten los. Das Wasser floss in solchen Strömen, das der Radweg nicht von einem Kanal zu unterscheiden war.
Maastricht
Plötzlich geschah es: Ein Blitz schlug ein, keine fünf Meter von uns entfernt in den Straßenbaum auf der anderen Straßenseite. Ein Ast fiel herunter und brannte im Regen fröhlich vor sich hin. Ich hatte immer gedacht man merkt etwas, wenn ein Blitz neben einem einschlägt, aber nichts, wahrscheinlich haben unsere Fahrradreifen alles isoliert.
Our Wanderweg
Am nächsten und übernächsten Tag regnete es fast durchgehend. Wir führen nach Vaals, machten einen Tag Pause, besuchten Aachen und das Dreiländereck.
Vennbahnradweg
Von Aachen folgten wir dem Vennbahnradweg und der Our in Richtung Trier. An der Our führt im mittleren Teil keine Straße, sondern nur ein Wanderweg. Wir beschlossen, dass wir uns die 150 Höhenmeter sparen und auf dem Wanderweg radeln wollten. Der Weg fing als Forstweg an…
Our Wanderweg
…und wurde schlimmer…
Our Wanderweg
…und schlimmer.
Our Wanderweg
Trotzdem war der Wanderweg an der Our einer der schönsten Wege bisher. Kim ist auf dem Weg eine Speiche aus der Felge gebrochen. In den letzten Wochen sind auch sein Fahrradständer und einige Schrauben gebrochen. Ich habe an meinem Fahrrad noch keine Verluste.
In Trier machte sich Kim per Bahn auf den Rückweg und ich werde weiterfahren. Zusammen sind wir 1250KM und 4000 Höhenmeter an 18 Tagen gefahren.
Porta Nigra