Silvester – FRAUEN IM IRAN:

„Do you have brothers?“
„No, I have 3 sisters“
„Oh! You are alone“

Silvester werden wir eingeladen. Unser Gastgeber (27) hat eine Konditorei und verkauft neben Kuchen und Keksen auch Feuerwerk!
Südiran: Oasen
Später erzählt er uns, das er nicht verheiratet ist aber zwei Freundinnen hat, die nicht voneinander wissen.
Sylvester
Er lädt uns ins Haus seiner Eltern ein in dem er auch wohnt. Wir sitzen in einem Anbau, der später ein Lebensmittelgeschäft werden soll, dass sein Vater betreiben will, um seine Rente aufzustocken. Das eigentliche Haus betreten wir nicht. Wir trinken Tee, essen und spielen Backgammon mit Vater und Sohn. Nachdem wir geklärt haben, dass Silvester kein Christliches Fest ist, zünden wir um Mitternacht unser frisch erworbenes Feuerwerk. Zu diesem Anlass gucken auch Mutter und Schwester kurz aus der Tür.
Südiran: Trulli

Südiran: Trulli
Ein paar Tage zuvor wurden Adam und ich in einem kleinem Dorf zum Suppe essen eingeladen. Unser Gastgeber konnte war der einzige Mann im Haus. Während wir unsere Suppe löffelten, fühlte sich langsam der Raum, nach und nach kamen alle Frauen des Hauses (seine Ehefrau, seine drei älteren Schwestern, deren Männer auf Arbeit waren und seine Mutter. Alle zusammen plus drei Kinder wohnten in dem nicht großem Haus), um die fremden Europäer beim Suppeessen zu beobachten. Gemeinsam kämpften die fünf Frauen mit der englischen Sprachen, um uns Fragen stellen zu können, die sie interessierten. Adam und ich waren uns hinterher einig, dass es sich um eine der entspannensten und nettesten Einladungen handelte, die wir bei unserer Reise durch den Iran hatten.
Südiran: Baumwolle

Südiran: Baumwolle
Eine interessante Verhaltensweise ist, dass wenn Adam und ich eingeladen werden, dass manchmal die Frau dann kein oder ein ganz minimales Kopftuch trägt, wenn aber ein Freund der Familie oder ein Nachbar seinen Besuch ankündigt, dann wird ein großes Kopftuch oder Shador übergeworfen.
südiran
Im iran ist auffällig, dass sehr viele Frauen schwarze Kopftücher auch der Tschador ist meistens schwarz. In der Türkei waren die Kopftücher deutlich farbenfroher. Im Iran gibt es selten bunte Kopftücher. Wenn ich sehr bunte Kopftücher im Straßenbild erspähe, dann ich die Wahrscheinlichkeit auf eine Touristin darunter sehr groß. Zur Farbe des Kopftuches gibt es, meines Wissens im Iran keine gesetzlich Vorschriften. Zwei Iranerinnen habe ich gefragt: „Warum tragen die Frauen schwarz im Iran?“ „Um unauffällig zu sein, sonst starren die Männer“, sagt die Eine, die Andere ergänzt, „einige haben religiöse Gründe, nur mein Mann soll gucken, bei Anderen ist es unangenehm.“
Südiran
Sehr erstaunt war ich in der Nähe von Yazd weißgekleidete Frauen zu sehen, wie mir erzählt wurde handelt es sich um Zoroastierer.
Südiran

Südiran
Im Süden des Iran verändert sich das Bild, hier tragen die Frauen sehr bunte Gewänder. Vielleicht bewirkt das, dass Adam und ich das Gefühl haben das die Frauen in Shiraz und südlich für Shiraz deutlich entspannter sind. Dafür sind aber die Männer Idioten!
Südiran: Kamele
In Shiraz treffen wir Gesa auf China, gemeinsam erkunden wir die Stadt. Als plötzlich ein Mann auf einem Motorrad neben Gesa fährt. Er ruft ihr „Sex, Sex, Sex zu. Sie macht einige Schritte von im Weg, da fährt er davon. Verstört frage ich sie, ob dass schon mal im Iran vorgekommen sein, und sie erzählt mir von einem ähnlichem Erlebnis an Vortag in Shiraz.
Südiran
Diese Begebenheit war jedoch nur der Auftakt. Als Adam und ich durch viele kleine Dörfer von Shiraz an den Persischen Golf fahren, werden wir fast permanent von Motorradfahrern begleitet. Motorradfahrer im Iran sind wie Hunde, sie haben ihr Revier und belästigen uns ( bzw. wollen sich auf Persisch unterhalten) von dem Augenblick in dem sie uns entdecken bis zu einer imaginären Grenze, dort drehen sie um und fahren zurück in ihr Dorf. Eine Minute später haben die Motorradfahrer des Nächsten Dorfes uns entdeckt, und begleiten uns. Ich bin mir nicht sicher, was ich besser finde Hunde, die potentiell Beißen, oder Motorradfahrer, die ein deutlich größeres Revier haben und ausdauernder sind. Außerdem beginnen sie, wenn ihnen langweilig ist, alles aus zu probieren: „Nice, Jacket! I have!“ und die Hand schnellt vor und zieht mal ordentlich an der Jacke auf dem Gepäckträger. Neben „Nice, Jacket! I have!“ ist auch „Nice, Sunglasses! I have!“ oder „Nice, Hat! I have!“ sehr beliebt.

Jeder, wirklich jeder (!) der Motorradfahrer macht zu uns ein Zeichen. Mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand bilden sie einen Ring mit dem Zeigefinger der anderen Hand stechen sie rhythmisch in den Ring, dazu ein fragendes Gesicht. Wir haben leider nicht herausgefunden was gemeint ist. Wir hatten zunächst den Eindruck sie meinten „Seid ihr schwul?“ oder „Ich bin schwul, lass uns…“.
Südiran: Kamele

Südiran: Kamele
Durch einen Zufall haben wir noch eine bessere Erklärung gefunden. Adam ist Vegetarier und so essen wir viel Falafel-Sandwich. Einmal gab es eine besonders leckere Soße, sie schmeckte nach Fransk-Hotdog, als ich das bemerke, bin ich mir aber nicht sicher über den Namen des Hotdogs und zur Illustration nehme ich meine Hände zur Hilfe, „dann schiebst du das Würstchen in das Brot“ und plötzlich wissen wir was all diese Motorradfahrer von uns wollten, sie wollen nur wissen, ob wir Hotdogs essen. Beim nächsten Motorradvorfall nur wenig später, können wir mit einem Lachen verneinen.
Südiran: Kamele

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Ein Kommentar zu “Silvester – FRAUEN IM IRAN:

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