Geschichten aus der Türkei

Die Landschaft hat sich geändert. War Griechenland noch weiß (Felsen) und blau (Meer), ist in der Türkei die dominante Farbe braun, mal ist es flach, mal hügelig, selten bergig, ab und an von Bäumen bestanden.
Alt & Neu
Bei meiner Fahrt durch Europa habe ich immer gefragt, was wohl Europa zusammenhält, was die verbindenden Themen sind. Da die europäische Idee im Zuge der Krise der europäischen Währung leider nicht mehr unter dem besten Stern steht, hat mich interessiert, auf welche Themen ich in jedem Land angesprochen werde. Da ich in Griechenland und in der Türkei (bisher) auf die Themen nicht angesprochen wurden, schreibe ich diese Zeilen auf.
Einerseits wurde ich in jedem Westeuropäischen Land darauf angesprochen, dass die Teile an meinem Fahrrad nicht modern seien. „Warum hat du keine Scheibenbremsen?“, „Warum hast du nur eine achtfach Kassette?“ Insgesamt wurde festgestellt, dass mein Fahrrad unmodern und nicht auf dem Stand der Technik ist.
Das andere Thema auf das ich immer angesprochen wurde, war meine schlechte Figur. Viele Gesprächspartner waren sich sicher, dass ich abnehmen werde. Weniger was die Frage, ob ein sportlicher Körper für eine solche Tour notwendig sein, als viel mehr dass dieser optisch mehr hermachen würde.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Westeuropa einerseits der Wunsch verbindet möglichst neue Dinge zu besitzen, zu kaufen, zu konsumieren und andererseits Westeuropa ein gemeinsames Schönheitsideal pflegt.
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Schildkröte Da ich noch nicht so lange in der Türkei bin, kann ich noch nicht viel zu gemeinsamen Themen sagen. Jedoch wurde ich bisher von jedem Gesprächspartner (ausnahmslos) gefragt, ob ich verheiratet sei.

Die Straßen in der Türkei sind besser als in Griechenland. Es gibt kein stinkendes Roadkill. Jedoch sind viele Straßen voller Rollsplitt, welches an den Straßenrändern nicht festgefahren ist. Das Rollsplitt ist deutlich gröber als das Deutsche.
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An der Küste sind die Kleidungsstiele bunt gemischt. Es gibt alles von knapp bekleidet bis voll-verschleiert. Die Deutschtürken, die ich bisher getroffen habe, gehören eher zur konservativeren Gruppe und kommen eher aus den östlichen Landesteilen. Zwar hatte ich dieses schon vorher gelesen, doch war mir dieses, bevor ich die unterschiedlichen Kleidungsstiele am Strand gesehen habe, nie so plastisch bewusst.
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Inzwischen (09.09.2014) hat hier auch der Spätsommer bzw. Herbst Einzug gehalten, es ist merklich kühler. Mein Blog ist etwas zeitversetzt, dieses ermöglicht mir das stressfreie Schreiben und ich kann jede Woche einen Text veröffentlichen. Die Verzögerung beträgt zwei bis drei Wochen. Am 10.09.2014 hatte ich den ersten Regen seit über einem Monat. In Italien und Griechenland ist kein Tropfen während meiner Durchreise gefallen. Seit dem Gewittert es jeden Abend.
Teeeinladung von Bauarbeitern
Die Menschen sind super gastfreundlich, fast jeden Tag werde ich zum Tee eingeladen. Tee wird vielfach in einem Samowar zubereitet, der zu besonderen Anlässen mit Holzfeuer befeuert wird. Leider kommt es immer wieder vor, dass ich besondere Touristenpreise bekomme. Dann verdoppeln oder verdreifachen sich die Preise plötzlich. Dann kostet ein Glas Tee nicht mehr 0,50TL sondern 3TL. Umso touristischer eine Gegend ist, desto mehr divergieren Preise für Touristen und Türken.
Efes Efes Efes
Ich bin in Ephesos vorbeigekommen. Beim betrachteten der Ruinen, fragte ich mich was wohl von unserer Hochkultur neben Tschernobyl, Fukushima und dem einen oder anderem Weltkriegsbunker übrig bleibt.
Auf die Frage, was er von der westlichen Zivilisation halte, höhnte Mahatma Gandhi: «Das wäre eine gute Idee.»
mähdrescher als Standmaschiene
In Griechenland haben die Menschen immer über die Krise gesprochen. Die Türkei boomt, die Menschen denken an die Zukunft, sie erzählen was sie in Zukunft tun werden.
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Neben massiven Straßenbauprojekten werden in der Türkei auch neue Eisenbahnstrecken gebaut. 🙂 Dazu ein Türke: „Das brauchen wir nicht, jeder oder jeder zweite hat ein Auto, man könnte Geld besser Investieren.“ In Straßenbaustellen steht alle 50m ein Straßenschild. Meistens wiederholen sich die Schilder mehrfach. Bei Baustellen von mehreren Kilometern zieht sich der Schilderwald vom Anfang bis zum Ende. Kein türkischer Autofahrer beachtet auch nur ein Schild.
Permukale
Ich war in Permukkale und Karahayit. Vom weltberühmten Permukkale war ich eher enttäuscht. Es sind halt weiße Felsen. Karahayit hingegen fand ich sehr interessant. Warme Quellen finde ich faszinierend. Dort gab es ein viereckiges Schwimmbecken in das alle europäischen Touristen von ihren Reisebusen strebten und das Becken in der die Quelle natürlich entsprang. Dort badeten alle türkischen Touristen. Beiden Gruppen stand theoretisch auch das andere Becken frei.
Karahayit (Permukale)

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