Frankreich – Regen

BesanconIn Frankreich regnet es immer. Meistens eher 20 als 12 Stunden am Tag. Zwischen Metz und Gray hat es sich richtig ein geregnet. Die vier Tage floss das Wasser fast durchgehend. Der Höhepunkt war der 9. Juli mit 24h Regen ohne Pause.
Heute (15. Juli) ist der erste Tag ohne Regen. Zwischenzeitlich konnte ich sehr gut verstehen, dass in Frankreich Frösche gegessen werden, bei so viel Regen gibt es die im Überfluss. (Sie essen wirklich Froschschenkel, ich habe nachgefragt.) Nur dass mit dem Weinabbau konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Wein brauch doch Sonne.
Übernachtet habe ich meisten unter Unterständen in denen die Bauern ihr Stroh lagen, damit es wenigstens in der Nacht trocken ist. Meine Regenkleidung hat ebenso sich als regenabhaltend erwiesen.
trockener Schlafplatztrockener Schlafplatz
An Grenze nach Frankreich habe ich nach einem Schild Ausschau gehalten, dass die Staatsgrenze markiert. Entweder habe ich es Übersehen oder es war keines vorhanden. Das ich eine Grenze überquert habe wurde jedoch auch dadurch deutlich, dass ich heruntergekommene, am Straßenrand parkende Wohnmobile passierte, aus denen Mann laut stöhnte.
Wo die Wolken entstehen.
Direkt hinter der Grenze passierte ich den Ort an dem die Wolken entstehen. Das AKW Cattenom gehöhrt zu den am wenigsten sicheren in Westeuropa. Aber glücklicherweise „besteht keine Gefahr für Arbeiter und Anwohner“.
Metz
Metz und Nancy sind sehr schöne Städte, speziell die Kathedrale von Metz fand ich sehr beeindruckend.
Canal de l’Est
Bis Epinal bin ich entlang der Mosel gefahren. Von dort entlang des Canal de l’Est in Richtung Gray. Obwohl es an einigen Stellen Fahrradwege gibt, bin ich viel auf der Straße unterwegs. Die Radwegbaukünste fallen am ehesten in die Kategorie stets bemüht. Teilweise sind es die besten Radwege meiner bisherigen Tour, doch enden sie plötzlich an einem Feld oder Wald. Ein Schild weist darauf hin, dass der folgende Trampelpfad der offizielle Radweg ist und man sich nicht verfahren hat. Nachfolgend gibt es keine Schilder mehr, die einzige Orientierung sind die anderen Radspuren durch den Wald.
Uebersicht
Mir hat Frankreich gut gefallen, die Menschen sind sehr nett. Begrüßen tun sich die Menschen weniger durch Handschlag als viel mehr durch Wangenküsse. Handschlag kommt auch mal von. Die Regeln zu den Begrüßungsritualen in Frankreich habe ich nicht verstanden, ich habe aber auch nicht nach gehackt.
Wenn ich nicht in Unterständen für Stroh geschlafen habe, habe ich wieder Warmshowers benutzt. So habe ich einen Abend etwas darüber erfahren, wie Pilze angebaut werden und den anderen Abend Flammkuchen gebacken.
FlammkuchenbackenFlammkuchenbackenFlammkuchenbacken
Mit „Merci“ und „bon jour“ erschöpft sich mein französischer Wortschatz. Viele Franzosen können weder Englisch noch Deutsch, somit wurde Frankreich zum idealen Testgebiet für meine Zeichensprachkenntnisse. 🙂
Metz

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5 Kommentare zu “Frankreich – Regen

  1. Oh ja der 9. Juli hat auch bei uns an der Motivation geknabbert. Wir haben uns zu dem Zeitpunkt in der Champange etwa 90 km vor Reims befunden. Neben 3 Tagen Dauerregen kam auch noch ein dicker knöchel hinzu. Zum Glück wurds am nächsten Tag etwas besser.

    Ich wünsch dir viel Spaß auf deiner Reise und werde defintiv deinen Blog im Auge behalten und öfters mal reinschauen.

  2. Du scheinst (und das ist mir von Anfang an ersichtlich gewesen) ein lieber, junger Mensch zu sein. Dich werden viele Warmshowers und andere Menschen mit großen Herzen, lange und gut in Erinnerung behalten.

    Ich kam bis heute nicht dazu, dich auf meine Page einzubinden, habe das aber gewiss nicht vergessen. Ich wünsche dir eine breite, tiefe und sehr bewusste Leserschaft. Du wirst es mit dem Rad schaffen – vielleicht nicht immer ganz so einfach wie bis her, aber mit deiner natürlichen Art werden sich die Herausforderungen des Lebens von alleine „lösen“.

    Ich weiß nicht wie du diese Reise finanzierst, aber im Falle, dass du einen Spenderkreis aufbauen möchtest (immerhin ist das Arbeit, das Foto machen und Blog schreiben) – ich wäre bereit in regelmäßigen Abständen ein kleine Spende an dich weiter zu leiten.

    Ich habe selbst sehr viele Monate von Spenden „überlebt“ und weiß, dass ein Blog für viele Menschen als Hobby betrachtet wird. Nur wenige sehen die Arbeit hinter all dem – doch genau deshalb halten „blogger“ und „Radler/Reisende“ ja oftmals so stark zusammen.

    Mach weiter so.
    Viel Sonne von hier – bei mir scheint nur die Sonne und der Regen, den du in Frankreich erlebst, wäre hier mal angebracht…

    Peace
    Alexandros

    http://www.bike4peace.eu

  3. Wow, ich verfolge eher die Strategie bei Regen nicht zu fahren, mit dem Hinweis, er höre auch bald auf. Nach deiner Beschreibung wäre ich dann aber nach einer Woche kaum vorwärts gekommen. Toi toi toi für den „Rest“ der Strecke. Toll, dass die Franzosen „Zeichensprache“ verstehen 🙂 .

  4. Hat dies auf christian kliebe rebloggt und kommentierte:
    Nach langer Zeit muss ich dann doch mal wieder etwas posten. Hier findet ihr den Blog von Jonas, der mich zu meiner Prag-Tour inspiriert hat. Er fährt die nächsten Monate über Südeuropa, den Mittleren Osten, über Russland nach China. Verrückt und lesenswert.

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